Da die Psychiatrie zu dem sensibelsten medizinischen Bereich gehört, in dem jeder Versuch, Kategorien und Schemata zu benutzen, nur vage und versuchsweise gelingt, haben wir es uns als oberstes Ziel gesetzt, die Individualität des Patienten ins Zentrum all unserer Bemühungen zu stellen.
Das bedeutet, dass jede therapeutische Intervention auf die persönlichen Bedürfnisse, Interessen und Ziele des jeweiligen Patienten ausgerichtet wird.
Hierzu könnte in erster Linie der Hausbesuch gehören, um dem Patienten in seinem gewohnten Umfeld zu begegnen. Dort kann man seine Persönlichkeit, seine Stärken und seine Probleme aus nächster Nähe erfahren und kennen lernen, mögliche Ressourcen, aber auch Stressoren offen legen und in die therapeutische Planung mit einbeziehen.
Diese erfolgt selbstverständlich in enger Abstimmung mit dem behandelnden Arzt.
Der Hausbesuch bietet dem Therapeuten die Möglichkeit, in das soziale Umfeld des Patienten einzutauchen. Das kann eine wichtige Hilfestellung bei der Prognose von Krisensituationen bedeuten, die sich sonst vielleicht eher unbemerkt anbahnen.
Erfolgt die ergotherapeutische Behandlung nach einem stationären Aufenthalt des Patienten, stehen Reintegration und Stabilisierung im Vordergrund.
Insofern kann die therapeutische Behandlung durch unsere Praxis einen wichtigen Stellenwert in den Bereichen der Prävention und der Nachsorge einnehmen.
Wichtig erscheint uns in allen Phasen auch der Kontakt mit den Angehörigen und dem jeweiligen sozialen Umfeld.
Bei fortgeschrittener Beziehung zum Patienten kann die Therapie in unseren Praxisräumen stattfinden. Einen besonderen Stellenwert nimmt hier der gestaltungstherapeutische Aspekt ein. Auch hier sind wir bemüht, eine größtmögliche Flexibilität in der Therapiegestaltung zu erreichen, um individuell zugeschnittene Angebote verwirklichen zu können.
Eine Besonderheit unserer Leistungen wird die anvisierte Verknüpfung in der psychiatrischen Behandlung mit Elementen der Sensorischen Integrationstherapie (SI) nach J. Ayres sein.
Wir streben hierbei eine wissenschaftliche Anbindung an, um auf solidem Fundament arbeiten zu können.
Die Maßnahmen der Ergotherapie dienen der Wiederherstellung, Entwicklung, Verbesserung oder Kompensation der krankheitsbedingt gestörten psychischen und der damit eng verbundenen motorischen, sensorischen und kognitiven Funktionen und Fähigkeiten.
Eine ergotherapeutische Intervention kann nach ärztlicher Verordnung bei folgenden Krankheitsbildern erfolgen:
- Organische Störungen (u. a. Demenzen, Persönlichkeits- , Verhaltensstörungen aufgrund einer Krankheit, Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns).
- Psychische Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen (Alkohol / Opioide, etc.).
- Schizophrenie (schizotype und wahnhafte Störungen).
- Affektive Störungen.
- Neurotische Belastungs- und somatoforme Störungen (Angststörungen, u. a.).
- Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen / Faktoren (Essstörungen, u. a.).
- Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (Bsp. Borderline Typ, u. a.).
- Entwicklungsstörungen u. a.
Behandlungsmaßnahmen:
- Handwerkliche, gestalterische und spielerische Methoden.
- Methoden zur Verbesserung der Körper- und Selbstwahrnehmung und der Wahrnehmungsverarbeitung (Bsp.: SI - Therapie).
- Hirnleistungstraining.
- Selbsthilfetraining.
- Methoden zur Verbesserung der sozialen Wahrnehmung, des kommunikativen und interaktiven Verhaltens.
- Training der Grundarbeitsfähigkeiten.
- Beratung zur Integration in das häusliche und soziale Umfeld.
- Methoden zur Entwicklung der Handlungskompetenz / Bewältigungsstrategien.
- Training zur Verbesserung des Lernverhaltens.
- Vorberufliches Training und Belastungserprobung u. a.